Der Leiter des Albstädter Schulamtes, Gernot Schultheiß, stattete zusammen mit Schulrätin Eleonore Wiehl der Realschule Winterlingen einen Arbeitsbesuch ab. Hierbei kamen Themen wie Schulentwicklung, die Herausforderungen bezüglich der heterogenen Schülerschaft sowie das Abschneiden der baden-württembergischen Schülerinnen und Schüler in Leistungsvergleichsstudien zur Sprache.

Bildungspolitisch gesehen hat es Baden-Württemberg in diesen Tagen nicht leicht: mittlere bis unterdurchschnittliche Ergebnisse bei Bildungsstudien, akuter Lehrermangel und schulpolitische Reformen stellen die Schulen im Land vor große Herausforderungen. 

Der Arbeitsbesuch des Schulamtes Albstadt stellte diese Themen in den Mittelpunkt eines Austausches. Man betonte seitens des Schulamtes wie wichtig es sei, einen regelmäßigen Einblick in die Arbeit vor Ort zu erhalten: "Vom Schreibtisch sieht manches anders aus als in der Praxis", so Schulamtsleiter Schultheiß. Neben diesem Eindruck vom schulischen Alltag seien hierbei auch der unmittelbare Kontakt mit dem Schulträger und mit allen am Schulleben Beteiligten wichtig. 

Neben Gesprächen mit den einzelnen Gremien und Vertretern der Schule wie z.B. der Steuergruppe, den Mitgliedern der SMV, den Schülersprechern und der Schulsozialarbeit fand auch ein Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Elternschaft statt. "Der Infofluss an der Realschule Winterlingen ist aus Sicht der Eltern dank regelmäßiger Elternbriefe, Elternabende und der Homepage außerordentlich gut; es besteht eine hohe Transparenz in der Kommunikation nach außen", resümierte Schulrätin Eleonore Wiehl. Auch der Austausch zwischen Schulleitung, Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler funktioniere dahingehend, dass Anliegen sowohl der Eltern sowie der Schülerschaft ernst genommen würden, bestätigten die Vertreterinnen und Vertreter der Elternschaft.

Als fortschrittlich wurde von Seiten des Schulamtes das eigenständige Konzept der Realschule Winterlingen bewertet: Im Zuge stetig steigender Einflüsse von außen wie wachsendem Medienkonsum, Mobbing und zunehmender Gewaltbereitschaft wird ein Zusammenspiel aus Prävention und Präsenz als pädagogische Leitlinie gesehen. Der Grundbaustein Klassenrat speilt gerade in den Unterstufen eine wichtige Rolle und gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich rechtzeitig mit aufkommenden Konflikten auseinanderzusetzen. Die Etablierung eines Streitschlichterkonzeptes hat in diesem Zusammenhang einen wichtigen Stellenwert und wird ebenfalls in diesem Schuljahr an den Start gehen. Hier sei die Realschule Winterlingen auf einem sehr guten Weg, so Schultheiß.

Aufgrund des wachsenden Heterogenität innerhalb der Schülerschaft bieten alle Realschulen in Baden-Württemberg zukünftig neben dem Realschulabschluss in Klasse 10 nun auch den Hauptschulabschluss ab dem Schuljahr 2019/20 in Klasse 9 an. "Hierbei ist es wichtig", betonte Realschulrektorin Brigitte Schmid-Glowiak, "dass die Realschule Winterlingen einerseits ihr Niveau hält und andererseits die Schülerinnen und Schüler, die mehr Förderung benötigen, ebenfalls angemessen unterstützt. Diesen Spagat müssen wir für alle angemessen leisten." Konrektorin Susanne Baur fügte hinzu: "An einer umfassenden Qualitätsentwicklung arbeiten wir ohnehin immer."

Am Ende des Gesprächs zog Schultheiß ein positives Fazit: "Ich habe ein wirklich gutes Gefühl, dass die Schule ihre Aufgaben kennt und sich diesen Herausforderungen auch stellt."